Das Denkmalamt hilft

Wie können Hilfen beantragt werden?

Das Denkmalamt hilft

Beratung und Zuschüsse für die Restaurierung von alten Häusern

Wer ein altes Haus besitzt, weiß, dass es wunderschön ist, darin zu leben. Doch alte Gemäuer brauchen Unterhalt – wenn man sie nicht pflegt, kann es später teuer werden. In Luxemburg gibt es seit vielen Jahren den Service des sites et monumnets nationaux (SSMN), das nationale Denkmalamt. Was viele Menschen noch nicht wissen: Die Mitar­beiter des SSMN kümmern sich nicht nur um nationale Denkmäler wie die Echternacher Basilika oder den Bahnhof in Luxemburg-Stadt. Auch historische Wohnhäuser und andere Objekte fallen in ihren Zuständigkeits­bereich. Der SSMN bietet neben fachkompe­tenter Beratung auch finanzielle Beihilfen bei Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten an. Wie man diese bekommt, soll hier erläu­tert werden.

Wer kann Hilfe bei Restau­rierung und Instandhal­tung beantragen?

Derzeit kann jeder, der ein Gebäude besitzt, das mindestens 60 Jahre alt ist, finanzielle Hilfen beim SSMN anfragen. Nicht nur der Eigentümer eines Hauses kann dies tun, son­dern auch der Mieter, wenn er Arbeiten am Gebäude durchführen lässt. Auch Gemeinden oder Organisationen können Hilfen beantra­gen. Wichtig ist jedoch, dass das Gebäude, das restauriert werden soll, seinen bauzeitli­chen Charakter behalten hat. Dies bedeutet zum Beispiel, dass die Fenster- und Türforma­te erhalten sein müssen, und dass das Haus durch Umbaumaßnahmen nicht komplett verändert wurde.

Welche Arbeiten werden be­zuschusst?

Bezuschusst werden Arbeiten, die dazu bei­tragen, das Gebäude und sein Erscheinungs­bild zu erhalten. Hilfen gibt es unter anderem für:

Fassadenarbeiten: Anstrich, Restaurierung von altem Putz, Ausbesserungsarbeiten an Gewänden.

Dacharbeiten: Eindeckung mit Schiefer oder roten Herzziegeln (je nach Gebäude), Ausbesserungsarbeiten an historischen Dachstühlen, Restaurierung oder – falls nötig – Ersetzung des historischen Dachge­simses (Corniche).

Fenster: Restaurierung von historischen Fenstern aus Holz, Anfertigung von Kasten­fenstern aus Holz zur besseren Isolierung, Nachbau von historischen Fenstern aus Holz mit Doppelverglasung (falls die bau­zeitlichen Fenster nicht mehr zu restaurie­ren oder nicht mehr vorhanden sind).

Türen: Restaurierung von historischen Türen aus Holz oder Metall, Aufdoppelung zur besseren Isolierung, Nachbau von Tü­ren aus Holz (falls die bauzeitlichen Türen nicht mehr zu restaurieren oder nicht mehr vorhanden sind).

Arbeiten im Inneren des Hauses: Restau­rierungsarbeiten an typischen Elementen des alten Hauses, zum Beispiel Stuckde­cken, Holzböden, Böden mit Schieferplat­ten oder Terrazzo, historische Treppen, Wandvertäfelungen, Takenschränke, bauzeitliche Innentüren und vieles mehr. Sprechen Sie beim Ortstermin mit dem für Sie zuständigen Mitarbeiter des SSMN!

Wie hoch ist die finanzielle Hilfe?

Je nach geplanten Arbeiten schwanken die staatlichen Beihilfen zwischen 10 bis 30 % für nicht denkmalgeschützte Gebäude und bis zu 50 % für Objekte, die einen nationalen Schutzstatus haben (also entweder „monument national / nationales Denkmal“ sind oder ins „inventaire supplémentaire / Zusatzinventar“ eingeschrieben wurden).

Es werden jedoch selten alle Positionen eines Angebotes bezuschusst, so gibt es zum Beispiel keinen Zuschuss für das Aufstellen eines Gerüstes bei Fassadenarbeiten.
Die fachkompetente Beratung durch die Mitarbeiter des SSMN ist immer kostenfrei und kann helfen, Kosten zu sparen. Fragen Sie nach!

Mehr infos im Buch " MONUMENTUM 1" von Seite 50 bis 53

 

Luxemburg zerstört seine historische Bausubstanz

Luxemburg hat die geringste Staatsverschuldung in der EU, die üppigsten Sozialleistungen (Mindestlohn 11,10 Euro/h), und sehr hohe Preise für Grundstücke und Mieten. Der Haushalt der Stadt Luxemburg erwirtschaftet jedes Jahr Rücklagen (!). Gleichzeitig wächst die Bevölkerung so stark wie in keinem anderen EU-Land, durch Immigration.

Mit dem vielen Geld geht aber auch viel Zerstörungswut einher: Historische Innenstädte verschwinden, alte Villen werden abgerissen, solide Häuser müssen hässlichen Wohnblöcken weichen. Ein Konzept, was erhalten werden soll, besteht nicht. Die Denkmalliste deckt mit nur rund 1000 Objekten nur etwa 0,4 % der Gebäude im Land ab. Die Gemeinden arbeiten derzeit daran, zum Teil zum ersten Mal umfassende Flächennutzungspläne (PAG) aufzustellen. Nur die wenigsten der 106 Gemeinden weisen derzeit (denkmal)geschützte Zonen auf.

Langsam regt sich zivilgesellschaftlicher Widerstand

Die Initiative „Lasst die Schule bitte stehen“ (Luxemburger Wort, 25. Oktober 2013) beschreibt den Kampf von Bürger/innen gegen den Abriss der alten Dorfschule. Auf dem Foto sieht man das typische Muster: Ein noch funktionsfähiges, ortsbildprägendes Gebäude soll abgerissen, ein steriler, mit Styrodor verklebter Neubau wird entstehen. Solche Geschichten kann man hier Hunderte Male erzählen!

Das Buch „Monumentum“ wird von einem neugegründeten gemeinnützigen Verein herausgegeben. In allen Bänden werden unter „Friedhof“ einige der in letzter Zeit zerstörten Häuser gezeigt. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gebäude, die unter vernünftigen wirtschaftlichen Konditionen gerettet werden können.

Das Denkmalamt hilft

Beratung und Geld für die Restaurierung von alten Häusern

Wer ein altes Haus besitzt, weiß, dass es wunderschön ist, darin zu leben. Doch alte Gemäuer brauchen Unterhalt – wenn man sie nicht pflegt, kann es später teuer werden. In Luxemburg gibt es seit vielen Jahren den Service des sites et monumnets nationaux (SSMN), das nationale Denkmalamt. Was viele Menschen noch nicht wissen: Die Mitarbeiter des SSMN kümmern sich nicht nur um nationale Denkmäler wie die Echternacher Basilika oder den Bahnhof in Luxemburg-Stadt. Auch historische Wohnhäuser und andere Objekte fallen in ihren Zuständigkeitsbereich. Der SSMN bietet neben fachkompetenter Beratung auch finanzielle Beihilfen bei Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten an. Wie man diese bekommt, soll hier erläutert werden.

Wer kann Hilfe bei Restaurierung und Instandhaltung beantragen?

Derzeit kann jeder, der ein Gebäude besitzt, das mindestens 60 Jahre alt ist, finanzielle Hilfen beim SSMN anfragen. Nicht nur der Eigentümer eines Hauses kann dies tun, sondern auch der Mieter, wenn er Arbeiten am Gebäude durchführen lässt. Auch Gemeinden oder Organisationen können Hilfen beantragen. Wichtig ist jedoch, dass das Gebäude, das restauriert werden soll, seinen bauzeitlichen Charakter behalten hat. Dies bedeutet zum Beispiel, dass die Fenster- und Türformate erhalten sein müssen, und dass das Haus durch Umbaumaßnahmen nicht komplett verändert wurde.

Welche Arbeiten werden bezuschusst?

Bezuschusst werden Arbeiten, die dazu beitragen, das Gebäude und sein Erscheinungsbild zu erhalten. Hilfen gibt es unter anderem für:

    • Fassadenarbeiten: Anstrich, Restaurierung von altem Putz, Ausbesserungsarbeiten an Gewänden.
    • Dacharbeiten: Eindeckung mit Schiefer oder roten Herzziegeln (je nach Gebäude), Ausbesserungsarbeiten an historischen Dachstühlen, Restaurierung oder – falls nötig – Ersetzung des historischen Dachgesimses (Corniche).
    • Fenster: Restaurierung von historischen Fenstern aus Holz, Anfertigung von Kastenfenstern aus Holz zur besseren Isolierung, Nachbau von historischen Fenstern aus Holz mit Doppelverglasung (falls die bauzeitlichen Fenster nicht mehr zu restaurieren oder nicht mehr vorhanden sind).
    • Türen: Restaurierung von historischen Türen aus Holz oder Metall, Aufdoppelung zur besseren Isolierung, Nachbau von Türen aus Holz (falls die bauzeitlichen Türen nicht mehr zu restaurieren oder nicht mehr vorhanden sind).
    • Arbeiten im Inneren des Hauses: Restaurierungsarbeiten an typischen Elementen des alten Hauses, zum Beispiel Stuckdecken, Holzböden, Böden mit Schieferplatten oder Terrazzo, historische Treppen, Wandvertäfelungen, Takenschränke, bauzeitliche Innentüren und vieles mehr. Sprechen Sie beim Ortstermin mit dem für Sie zuständigen Mitarbeiter des SSMN!
    • Kosten für Architekten und Ingenieure: Besondere Leistungen von Architekten und Ingenieuren können ebenfalls vom SSMN bezuschusst werden. Hierzu zählen unter anderem das verformungsgerechte Aufmaß eines Hauses sowie Konzepte für eine statische Ertüchtigung bei möglichst geringen Eingriffen in die historische Bausubstanz.

Wie hoch ist die finanzielle Hilfe?

Je nach geplanten Arbeiten schwanken die staatlichen Beihilfen zwischen 10 bis 30 % für nicht denkmalgeschützte Gebäude und bis zu 50 % für Objekte, die einen nationalen Schutzstatus haben (also entweder „monument national / nationales Denkmal“ sind oder ins „inventaire supplémentaire / Zusatzinventar“ eingeschrieben wurden). Es werden jedoch selten alle Positionen eines Angebotes bezuschusst, so gibt es zum Beispiel keinen Zuschuss für das Aufstellen eines Gerüstes bei Fassadenarbeiten.

Die fachkompetente Beratung durch die Mitarbeiter des SSMN ist immer kostenfrei und kann helfen, Kosten zu sparen. Fragen Sie nach!

Wie können Hilfen beantragt werden?

Wer sich für das staatliche Hilfsprogramm interessiert, kann sich telefonisch beim SSMN melden (Tel. 24 78 66 50) oder auf der Internetseite informieren. Hier sind alle relevanten Informationen zusammengetragen: www.ssmn.public.lu

Hier kann man zudem das Formular ausdrucken, das für die Anfrage der Hilfen notwendig ist. Es befindet sich in der Rubrik „formulaires“ und heißt „demande de subvention avant travaux“ und ist in deutscher oder französischer Sprache erhältlich. Dieses Formular muss in einer der beiden Sprachen, die Sie auswählen können, komplett ausgefüllt werden. Dazu müssen Fotos des zu restaurierenden Gebäudes sowie Angebote von Fachfirmen für die geplanten Restaurierungsarbeiten beigelegt werden. All dies schicken Sie an folgende Adresse: Service des sites et monuments nationaux, 26, rue Münster, L-2160 Luxemburg.

Zu welchem Zeitpunkt müssen die Hilfen beantragt werden?

Sehr wichtig ist es, die staatlichen Hilfen früh genug anzufragen. Der beste Zeitpunkt für eine Anfrage ist etwa zwei bis drei Monate VOR Beginn der Arbeiten. Diese Vorlaufzeit brauchen die Mitarbeiter des SSMN, um den Bauherrn zu beraten. Alle Mitarbeiter des SSMN, die Bauherren beraten, sind Architekten mit einer Zusatzausbildung in den Bereichen Denkmalpflege oder Altbaurestaurierung. Sie können daher auf alle Fragen rund um die Restaurierung Antworten geben. Ein normaler Vorgang läuft etwa so ab:

    • Der Bauherr / die Bauherrin schickt das Antragsformular mit Fotos des zu restaurierenden Gebäudes und Angeboten von Fachfirmen (falls schon vorhanden) an das SSMN.
    • Er/Sie erhält ein Antwortschreiben, in dem der Name des zuständigen Architekten des SSMN genannt wird.
    • Der/die zuständige Architekt/in des SSMN meldet sich, um einen Termin vor Ort bei dem zu restaurierenden Gebäude zu vereinbaren – bis zum Termin kann es einige Wochen dauern.
    • Der Bauherr oder die Bauherrin treffen sich am Haus mit dem Mitarbeiter des SSMN. Angebote werden gemeinsam diskutiert; die Bauherren haben Zeit, Fragen zu stellen. Der oder die Architekt/in des SSMN gibt Ratschläge in Materialwahl, Ausführung und passender Gestaltung der anstehenden Arbeiten. Oft ist es sinnvoll, die beteiligten Fachfirmen zu diesem Gespräch hinzu zu bitten, damit Details direkt geklärt werden können.
    • Eventuell müssen die vorliegenden Angebote der Fachfirmen ergänzt oder überarbeitet werden. Diese endgültigen Angebote werden dann an den SSMN geschickt.
    • Der zuständige Mitarbeiter des SSMN erstellt die Vorlage für eine Zuschusszusage (promesse de subvention). In diesem Brief, der von der Kulturministerin unterschrieben wird, wird genau festgehalten, wie viele Zuschüsse der Bauherr oder die Bauherrin maximal für die geplanten Arbeiten bekommen können.
    • Nach ca. vier bis fünf Wochen erhält der Bauherr oder die Bauherrin die Zuschusszusage. Nun können die Arbeiten begonnen werden!

 

Was tun, wenn es während der Arbeiten Fragen gibt?

Falls sich während der Restaurierungsarbeiten Fragen ergeben, kann man beim SSMN anrufen. Da die Architekten des SSMN einen Großteil ihrer Zeit nicht im Büro, sondern auf Baustellen verbringen, kann es sinnvoll sein, eine Email zu schreiben.

Die Arbeiten sind jetzt fertig. Was kommt nun?

Nachdem die Arbeiten abgeschlossen sind, informieren Sie den SSMN. Um in den Genuss der finanziellen Beihilfen zu kommen, müssen Sie das folgende Prozedere einhalten:

    • Sie fertigen Fotos vom Gebäude an, auf denen die Ergebnisse der durchgeführten Arbeiten zu sehen sind.
    • Sie füllen das Formular „Formular nach Abschluss der Arbeiten / formulaire de demande après travaux“ aus, welches Sie zusammen mit ihrer Zuschusszusage geschickt bekommen hatten. Sie können das Formular entweder in deutscher oder in französische Sprache ausfüllen.
    • Sie legen Kopien der bezahlten und quittierten Rechnungen der Fachfirmen bei (d.h., Sie müssen das Geld vorstrecken und bekommen es dann zurückerstattet).

Diese Unterlagen schicken Sie an: Service des sites et monuments nationaux; 26, rue Münster; L-2160 Luxembourg. Hier werden die Unterlagen geprüft und, nach erfolgreicher Prüfung, der Zuschuss ausgezahlt.

Was muss nach Abschluss der Arbeiten berücksichtigt werden?

Staatliche Beihilfen werden an Besitzer und Eigentümer historischer Gebäude ausbezahlt, da es im Interesse der Allgemeinheit liegt, dass unser gebautes Erbe erhalten bleibt. Daher ist es selbstverständlich, dass die bezuschussten Gebäude zehn Jahre lange nicht verändert oder